Attraktives Modellangebot an Pkws, Nutzfahrzeugen und Bussen sowie deren offensiver Vertrieb

Teil I:

Erweiterung des Fahrzeugangebots.

Modellpalette der Erdgasfahrzeuge erweitern

Ziel ist es, die Palette attraktiver Fahrzeuge mit Erdgasantrieb deutlich zu erweitern. Insbesondere in Pkw-Volumensegmenten und für weitere Anwendungsfelder bei Nutzfahrzeugen wollen die Fahrzeughersteller das Angebot künftig noch weiter ausbauen. So wird der Volkswagen Konzern seine Produktpalette von Erdgasfahrzeugen auf weitere Konzernmarken (Audi, Seat, Skoda) und Segmente ausweiten. Ab Mitte 2012 wird es zusätzlich zu Passat, Touran und Caddy beispielsweise in der Kleinwagenklasse den up! mit Erdgasantrieb geben. Erstmals wird auch in der Kompaktklasse ab Ende 2013 ein Erdgasfahrzeug angeboten, z. B. der Audi A3. Bei Mercedes-Benz wird der Erdgasantrieb neben der bereits vorgestellten E-Klasse auch in der neuen B-Klasse zum Einsatz kommen. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e. V. (VDIK) kündigt die Weltpremiere des neuen Fiat Panda an, der ab 2012 auch als Erdgasvariante mit Turboaufladung lieferbar sein wird.

Nach der ab 1. Dezember 2011 geltenden Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-Label) erreichen die angekündigten Erdgas-Pkws bei der CO₂-Effizienz ­mindestens Klasse A.

Potenziale von Erdgas auch im Lkw-Verkehr ausschöpfen

Ebenso erweitern die Nutzfahrzeughersteller Iveco und Mercedes sowie die VDIK-Mitgliedsunternehmen Renault Trucks und Scania ihr Angebot um branchen- und einsatzspezifische Baureihen mit Erdgasantrieb. Die Initiatoren empfehlen, die ­mittel- und langfristigen Potenziale der Erdgasnutzung auch für Lkw mit größeren Nutzlas­ten im Mittelstrecken- und Fernverkehr zu untersuchen. Dazu ist u. a. beabsichtigt, dass in einem Pilotprojekt der Einsatz von Biomethan im Diesel-Methan-Mischbetrieb in einer Flotte von 30 bis 50 Lkw im Schwerlastverkehr getestet wird.

Steigerung der Vertriebsaktivitäten.

Vertriebs- und Handelsorganisationen motivieren

Die in dieser Initiative vertretenen Fahrzeughersteller beabsichtigen separat, den Vertrieb von Erdgasfahrzeugen über eine entsprechende Incentivierung ihrer jeweiligen Vertriebs- und Handelsorganisationen zu forcieren. Dabei soll auch die Anzahl und der Verbreitungsgrad der in den Regionen verfügbaren Vorführwagen erhöht werden.

Vertriebsaktivitäten gegenüber Flottenkunden verstärken

Für den Flottenmarkt planen die Fahrzeughersteller unabhängig voneinander eine Intensivierung des Vertriebs in Kooperation mit der Erdgaswirtschaft. Dabei wollen sie sich auch auf Flottenbetreiber fokussieren, die eine nachhaltige Unternehmensstrategie verfolgen. Hierbei können bei Bedarf auch Tankstellenstandorte nach den Anforderungen der jeweiligen Flottenbetreiber realisiert werden.

Intensivierung der Kommunikation.

Spektrum an Erdgasfahrzeugen präsentieren

Die Initiatoren sehen vor, das vorhandene Informationsdefizit der Fahrzeugkunden in Bezug auf Erdgas und Biomethan zu beseitigen. Dazu soll auch die bereits vorhandene Modellvielfalt bei Pkw und Nutzfahrzeugen breiter kommuniziert werden. Insbesondere Messen und Veranstaltungen bieten eine gute Gelegenheit, das gesamte Fahrzeugspektrum herstellerübergreifend zu präsentieren.

Hierzu ist vorgesehen, dass die Erdgaswirtschaft zusammen mit den Fahrzeugherstellern einen gemeinsamen Ansatz entwickelt. Auch eine bessere Information der Autofahrer durch Hersteller und Händler, beispielsweise in Showrooms, sowie umfassendere Information bei der Kaufberatung über alternative Antriebe werden angestrebt.

Wiedererkennbares Branding von Erdgasfahrzeugen entwickeln und in der Kommunikation nutzen

Um die Sichtbarkeit und den Wiedererkennungseffekt der Alternativen Erdgas und Bio­methan zu erhöhen, ist geplant, eine einheitliche Wort-Bild-Marke für diesen Kraftstoff zu etablieren. Diese Marke soll nach Möglichkeit neben der Nutzung an Tankstellen (vgl. Teil II) auch von Fahrzeugherstellern aufgegriffen und von ihnen konsequent als (Co-) Branding in der Kommunikation bzw. Werbung verwendet werden.

Meinungsbildner und Multiplikatoren gewinnen

Insbesondere sollen verstärkt auch die Politik (Bund, Länder und Kommunen), Unternehmens- und Kundenverbände sowie Nichtregierungsorganisationen für die breiten Einsatzmöglichkeiten und Vorteile von Erdgas und Biomethan im Verkehr gewonnen werden. So kann zum Beispiel die Integration besonders energieeffizienter Fahrzeuge in die Flotten dieser Zielgruppen beschleunigt werden. Als mögliche Positivbeispiele können hier Projekte in öffentlichen Flotten dienen – wie beispielsweise der Einsatz von Biomethan in Erdgasfahrzeugen der privatwirtschaftlich betriebenen Flotte des Deutschen Bundestages.

Verstärkter Einsatz von Erdgasfahrzeugen in den Flotten der Erdgas- und Biomethanwirtschaft.

Anteil von Erdgasfahrzeugen in den eigenen Fahrzeugflotten erhöhen

Um einen Beitrag zur Erreichung einer kritischen Marktschwelle an Erdgasfahrzeugen und zu einer entsprechend wirtschaftlichen Auslastung der Erdgastankstellen zu leis­ten, streben die Unterzeichner aus der Erdgas- und Biomethanwirtschaft an, ihre unternehmensinternen Fuhrparkregelungen zu Gunsten von Erdgasfahrzeugen weiterzuentwickeln. Dabei wollen sie bei sich bzw. den durch sie vertretenen Unternehmen erreichen, dass der Anteil von Fahrzeugen mit Erdgasantrieb in ihren Flotten bis 2015 nennenswert steigt.

Forcierung von Erdgas-Nutzfahrzeugen im kommunalen Verkehr.

Daten und Fakten über die Lebenszykluskosten und Fördermöglichkeiten von Erdgasbussen aktualisieren

Unternehmen im öffentlichen Nahverkehr betreiben bereits heute Busse mit Erdgasantrieb, jedoch ist eine Stagnation des Einsatzes zu beobachten. Vor dem Hintergrund von Effizienzsteigerungen in der Motortechnik und der Möglichkeit einer Beimischung von Biomethan werden Erdgaswirtschaft und Bushersteller gemeinsam die bestehenden Informationsmaterialien des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf Aktualität überprüfen und ggf. deren Anpassung forcieren. Dabei werden auch die Potenziale von mit Biomethan betriebenen Bussen in einer geschlossenen Wertschöpfungskette von der Gaserzeugung bis zur Verwendung im Querverbund mit Stadtwerken verdeutlicht.

Informationsveranstaltung zum Einsatz von Erdgasbussen durchführen

In einer von den Initiatoren organisierten Veranstaltung werden die Vorteile von mit Erdgas / Biomethan betriebenen Bussen unter Berücksichtigung der neu gewonnenen Erkenntnisse den Aufgabenträgern und Verkehrsbetrieben vorgestellt.

Möglichkeiten von Erdgas-Nutzfahrzeugen im Kommunalbereich herausstellen

Die teilnehmenden Nutzfahrzeughersteller werden zudem gegenüber den Kommunen intensiver die Vorteile von mit Erdgas / Biomethan betriebenen Nutzfahrzeugen in kommunalen Anwendungsfeldern wie beispielsweise der Abfallentsorgung und der Straßenreinigung hervorheben.

Insgesamt sollen dabei auch die Möglichkeiten der Kommunen im Hinblick auf die Umsetzung der EU-weiten Regelung für öffentliche Auftraggeber und private Betreiber öffentlicher Personenverkehrsdienste zur Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge (EG/2009/33) (vgl. Teil III) herausgestellt werden.

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