Kundenfreundliches Tankstellennetz und Marketing von Erdgas und Biomethan als Kraftstoff

Teil II:

Kundenorientierter Tankstellenausbau.

Die Unterzeichner stimmen darin überein, dass in den letzten 15 Jahren bereits eine ausreichende, in einigen Regionen gute Flächenabdeckung mit Erdgastankstellen erreicht wurde. 

Öffentliche Erdgastankstellen auf Basis einer deutschlandweiten Netzplanung ausbauen

Um das derzeit bestehende Angebot von etwa 920 Erdgastankstellen sinnvoll ausweiten zu können, haben die Initiatoren die deutschlandweite Netzplanung für Erdgastankstellen aktualisiert. Dabei konzentrieren sie sich künftig auf den Ausbau des Erdgasangebots an öffentlichen Tankstellenstandorten in Ballungsräumen und entlang von Autobahnen. Die künftige Erweiterung des Netzes von Erdgastankstellen soll sich an dieser bundesweiten Netzplanung orientieren. 

Hochfrequentierte Tankstellenstandorte durch den Neubau von Erdgaszapfsäulen weiterentwickeln

Neue Erdgastankstellen sollen mit Unterstützung der Mineralölwirtschaft künftig ­vorzugsweise an hochfrequentierten Standorten errichtet werden. Die in o. g. Netzpla­nung als prioritär eingestuften Standorte werden von den Vertretern der Tankstellenwirtschaft einer Machbarkeitsprüfung unterzogen. Diese soll es im Ergebnis zulassen, dass die Anzahl von Erdgastankstellen auf mindestens 1.300 Tankstellen bzw. rund zehn Prozent des Tankstellennetzes gesteigert werden kann.

Neubau und Betrieb von Erdgastankstellen koordinieren

Die Gaswirtschaft will auch künftig einen maßgeblichen Beitrag zum weiteren Ausbau des Netzes an Erdgastankanlagen leisten. Hierzu wird eine eigene Gesellschaft gegründet, die den weiteren Ausbau des Tankstellennetzes kurzfristig forciert. Als Investoren engagieren sich unter anderem namhafte Unternehmen der Energiewirtschaft sowie die erdgas mobil GmbH. Die Gesellschaft wird neben dem Neubau und Betrieb von Erdgaszapfsäulen professionelle und kundenfreundliche Betriebskonzepte für bestehende Anlagen umsetzen.

Akzeptanz von Flottenkarten erhöhen

Die Akteure sind sich einig, dass die Akzeptanz von Kartensystemen für Erdgas heute insbesondere im Flottengeschäft und künftig auch zur Vermarktung von Biomethan wichtig ist. Die Anzahl der nutzbaren Erdgastankstellen für Flottenkunden mit Kartenbindung kann so ohne den Neubau weiterer Tankstellen vervielfacht werden. Hierzu sollten kundenfreundlichere Lösungen geprüft werden.

Abrechnung des Erdgasabsatzes für Tankstellen vereinfachen

Zur Reduzierung von Kosten und Komplexität soll das bestehende Transaktions- und Abrechnungshandling mit einer Vielzahl von i.d.R. lokal agierenden Gasversorgungsunternehmen insbesondere für überregional tätige Tankstellenbetreiber vereinfacht werden. Dazu planen die vertretenen Initiatoren aus der Gaswirtschaft, zusammen mit den Tankstellen eine standardisierte Lösung zu konzipieren. 

Intensivierung des Marketings von Erdgas.

Wiedererkennbarkeit von Erdgas und Biomethan steigern

Die Initiatoren planen, die Sichtbarkeit von Erdgas und Biomethan als ­Kraftstoffoption im Verkehr gegenüber potenziellen Nutzern zu erhöhen. So soll der Wiedererkennungs­effekt von Erdgas bzw. CNG sowie Biomethan als Kraftstoff in der gesamten ­Prozesskette von den Fahrzeugherstellern über die Erdgas- bzw. Biomethanproduzenten bis zur Tank­stelle gesteigert werden. 

Konzept zum einheitlichen (Co-)Branding entwickeln und konsequent in der Kommunikation umsetzen

Dazu ist geplant, die Bezeichnungen nach Möglichkeit zu vereinheitlichen bzw. die Anwendung einer gemeinsamen Wort-Bild-Marke sicherzustellen. Hierzu entwickeln die Initiatoren gemeinsam ein Konzept, das den Ansprüchen der jeweiligen unternehmens- bzw. branchenindividuellen CI-/CD-Anforderung Rechnung trägt. Entsprechend konsequent wollen die Initiatoren diese Marke dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten anwenden und kommunizieren. Die Erdgaswirtschaft kann dabei die Wort-Bild-Marke „Erdgasblatt“ einbringen.

Im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen und Neubauten wird die bisherige Auszeichnung an Tankstellen von „Erdgas“ auf „Erdgas / CNG“ umgestellt.

CNG-Ausschilderung an Bundesautobahnen analysieren und Ausschilderung optimieren

Die Initiatoren beabsichtigen, die Sichtbarkeit der Alternative Erdgas bzw. Biomethan auch über eine verbesserte Ausschilderung von Tankstellen mit Erdgasoption an Bundesautobahnen zu erhöhen. Die konsequente Anwendung des internationalen Verkehrszeichens „CNG“ unmittelbar an der Autobahn soll dabei auch dazu genutzt werden, diese Kraftstoffalternative an prominenter Stelle zu bewerben. Durch ein regelmäßiges Monitoring soll sichergestellt werden, dass im Rahmen des rechtlich Zulässigen alle vorhandenen und für die Ausschilderung berechtigten Autobahn- oder autobahnnahen Erdgastankstellen auch tatsächlich ausgeschildert werden.

Aufwertung von Erdgas durch nachhaltig erzeugtes Biomethan.

Um das Treibhausgasvermeidungspotenzial dieser Kraftstoff- und Antriebsoption umfänglich ausschöpfen zu können, bedarf es bei der weiteren Marktdurchdringung einer zunehmenden Beimischung von Biomethan zum Erdgas. In Abhängigkeit der verwendeten Biomasse können bei der Verwendung von Biomethan bis zu 85 Prozent CO₂ vermieden werden. Eine Beimischung von Biomethan zu Erdgas ist dabei in jedem Mischungsverhältnis möglich.

Bei förderlichen politischen Rahmenbedingungen Selbstverpflichtung zur 20-prozentigen Beimischung von Biomethan zu Erdgas als Kraftstoff anstreben

In diesem Sinne setzen sich die Initiatoren dafür ein, bei förderlichen politischen Rahmenbedingungen (vgl. Teil III) eine entsprechende Selbstverpflichtung der gesamten Erdgasbranche zu erreichen. Diese soll vorsehen, dass ab 2015 im gesamten in Deutschland als Kraftstoff vertankten Erdgas bilanziell gemittelt mindestens 20 Prozent nachhaltig erzeugtes Biomethan enthalten ist. Dessen Bereitstellung soll vorrangig aus Rest- und Abfallstoffen erfolgen, um damit u. a. Nutzungskonkurrenzen zur Nahrungsmittelproduktion sowie die Entstehung von Monokulturen zu vermeiden. 

Mindestanteil von Biomethan im Erdgas als Kraftstoff einheitlich kommunizieren

Mit der Selbstverpflichtung zur Beimischung von Biomethan zum Erdgas als Kraftstoff wird die Attraktivität dieser Alternative gesteigert. Insofern beabsichtigen die Initiatoren, die Biomethananteile und deren Zusatznutzen entsprechend zu kommunizieren. Die Ausweisung des Biomethananteils soll mit einem branchenübergreifend akzeptierten Zusatzlabel ermöglicht werden. Dessen Entwicklung initiiert die Erdgasbranche. 

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