Zusammenfassung

Wachstumspotenzial um den Faktor 10.

Die „Initiative Erdgasmobilität – Erdgas und Biomethan als Kraftstoffe“ unterstützt das Ziel der Bundesregierung, den steigenden Anteil von Erdgasfahrzeugen zu fördern. Ausgehend von den aktuell 0,3 Prozent Anteil am Kraftstoffmix haben diese Alternativen in einem Maximalszenario bis 2024 in Deutschland ein Potenzial von bis zu vier Prozent – das wäre ein Wachstum um mehr als den Faktor 10.

Erdgas und Biomethan können als Kraftstoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Reduktion von Partikeln, Stickoxiden, Schwefeloxiden und anderer Schadstoffe aus Abgasen, zur Erhöhung der Versorgungssicherheit sowie zur Minderung von Geräuschemissionen leisten. Beispielsweise verursachen diese Alternativen deutlich weniger CO₂-Emissionen als Diesel oder Benzin: Bis 2024 können mithilfe von Erdgas als Kraftstoff bei einer 20-prozentigen Beimischung von aufbereitetem Biogas (Biomethan) kann die Klimabilanz des Verkehrs sogar um bis zu 1,6 Millionen Tonnen verbessert werden. Die Zahl der Erdgasfahrzeuge auf dem deutschen Markt würde in diesem Szenario bis 2024 von derzeit 100.000 auf ca. eine Millionen Fahrzeuge vervielfacht werden.

Namhafte Akteure.

 

Die „Initiative Erdgasmobilität – Erdgas und Biomethan als Kraftstoffe“ vereint neben Kundenorganisationen namhafte Unternehmen des Energie- und Verkehrssektors entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

  • Fahrzeughersteller: Daimler, Iveco Magirus, Opel, Volkswagen Konzern, VDIK - Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller, Fiat
  • Tankstellen: BP / Aral, Shell, UNITI – Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen
  • Gaswirtschaft: Zukunft Erdgas, Wingas
  • Biogaswirtschaft: Verbio
  • Fahrzeugkunden: ADAC

 

Diese werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) begleitet und durch die Deutsche Energie-Agentur (dena) koordiniert. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister Norbert Barthle hat die Schirmherrschaft übernommen.

Konkrete Maßnahmen.

 

Um die Zahl der Erdgasfahrzeuge zu erhöhen, planen die Mitglieder der Initiative geeignete Maßnahmen und setzen diese um. Dabei ist die Nutzung von Erdgas als Kraftstoff technisch ausgereift. Jetzt kommt es darauf an, diese Alternative weiter im Markt zu etablieren. Hierzu sind die wichtigsten Handlungsfelder die Erweiterung des Fahrzeugangebots und der Ausbau des Tankstellennetzes. Zusätzlich gilt es, den Biomethananteil zu steigern. Flankierende politische Rahmenbedingungen schaffen Planungssicherheit für die nötigen Investitionen.

Erweiterung des Fahrzeugangebots.

 

Die Fahrzeughersteller fahren fort, ihr Angebot an Erdgasfahrzeugen deutlich zu erweitern. Die deutschen Nutzfahrzeughersteller sowie die VDIK-Mitgliedsunternehmen erweitern ihr Angebot um branchen- und einsatzspezifische Baureihen mit Erdgasantrieb, hierbei werden neben Lösungen mit CNG-Antrieb bereits erste Fahrzeuge mit Flüssigerdgas (LNG) dem Markt zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus werden die Initiatoren

  • das Angebot an Erdgasfahrzeugen intensiver kommunizieren und
  • den Einsatz von mit Erdgas betriebenen Nutzfahrzeugen auch im öffentlichen Personennahverkehr oder für kommunale Aufgaben forcieren.

Ausbau des Tankstellennetzes.

 

Die Zahl der Erdgastankstellen soll von heute rund 920 auf 1.300 Tankstellen bzw. zehn Prozent des deutschen Tankstellennetzes gesteigert werden. Ein weiterer Fokus besteht darin, die Qualität des Erdgastankstellennetzes deutlich zu steigern, zum Beispiel durch den Ersatz alter Anlagen durch neue. Dabei beabsichtigen die Akteure

  • soweit möglich hochfrequentierte Tankstellenstandorte um Erdgaszapfsäulen zu erweitern,
  • wo erforderlich Tankkartensysteme für Fahrzeugflotten weiter auszubauen und
  • die Kennzeichnung für Erdgas sowie Biomethan zu vereinheitlichen.

Steigerung des Biomethananteils.

 

Die Partner der Initiative haben sich das Ziel gegeben den Anteil von Biomethan im Kraftstoff Erdgas in Deutschland bis 2015 auf durchschnittlich mindestens 20 Prozent steigern. Dieses Ziel wurde bereits 2013 erreicht. Nun gilt es dieses hohe Niveau zu halten oder weiter auszubauen, um die ökologischen Vorteile des Kraftstoffs Methan zur Erreichung einer CO2-Reduktion für den Straßenverkehr weiter zu verbessern. Dazu werden sie

  • die nachhaltige Produktion von Biomethan aus Rest- bzw. Abfallstoffen vorantreiben und so Nutzungskonkurrenzen zur Nahrungsmittelproduktion vermeiden,
  • die nachhaltige Produktion von synthetischem Methan aus Windenergie forcieren und
  • die Vorteile von Biomethan breitenwirksam kommunizieren.

Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen.

Die Marktentwicklung von Erdgas und Biomethan als Kraftstoff muss politisch flankiert werden. Dafür empfehlen die Initiatoren

  • die Ermäßigung der Energiesteuer für Erdgas als Kraftstoff über 2018 hinaus bis 2025 zu verlängern,
  • ein Konzept einer transparenten Preisauszeichnung für Erdgas als Kraftstoff (idealerweise in Liter-Äquivalent) zu erstellen und umzusetzen,
  • Nachteile in der Zuladung bei leichten Nutzfahrzeugen mit Erdgasantrieb gegenüber der Dieselvariante durch die entsprechende Ausgestaltung der Führerscheinregelung abzubauen,
  • ein wirksames Anreizsystem für die Einführung von Erdgasantrieben im Bereich des Straßengüterverkehrs bzw. bei Nutzfahrzeugen zu schaffen,
  • bei der Beschaffung von Kraftfahrzeugen im öffentlichen Sektor den Energie­verbrauch und die Umweltauswirkungen finanziell zu bewerten und bei der ­Entscheidung über den Zuschlag zu berücksichtigen,
  • die Weiterentwicklung des Netzes an Erdgastankstellen zu fördern,
  • die Netzentgelte für Erdgastankstellen zu reduzieren,
  • bei geplanten Prämien für den Erwerb von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben technologieoffen auch Erdgasfahrzeuge zu berücksichtigen,
  • Erdgas und Biomethan als Alternativen im Verkehr europaweit zu etablieren.

Die vorliegende Absichtserklärung zur Forcierung von Erdgas und Biomethan im Verkehr wurde von den Trägern der Initiative am 14. September 2011 auf der 64. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main unterzeichnet und im Rahmen einer Pressekonferenz an die Bundesregierung übergeben.

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