2017
Mai 4

Hamburg sperrt Hauptverkehrsstraßen für Dieselfahrzeuge

Der neue Luftreinhalteplan des Hamburger Senats wird ältere Dieselfahrzeuge von bestimmten Straßen fernhalten. Im Hafengebiet soll die Verwendung von LNG die Luftqualität verbessern

Am 2.Mai 2017 hat die Stadt Hamburg ihren neuen Luftreinhalteplan vorgestellt. Mit der Fortschreibung des Luftreinhalteplans möchte der Senat sicherstellen, dass die erlaubten Grenzwerte für Stickoxide schnellstmöglich eingehalten werden. Ein wichtiger Grund für die Überprüfung und Erneuerung des Luftreinhalteplans ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Hamburg aus dem Jahre 2014, welches bis zum 30. Juni 2017 die Vorlage eines neuen Luftreinhalteplans fordert.

Hierzu wurden von der Behörde für Umwelt und Energie in der Vorbereitung des neuen Luftreinhalteplans umfangreiche Messungen und Berechnungen durchgeführt, um die notwendigen Maßnahmen zu identifizieren, die zur Lösung der Luftqualitätsprobleme geeignet sind. Dazu wurde jeder geographische Abschnitt mit einer Grenzwertüberschreitung einzeln betrachtet.

Als Ergebnis hierzu sind zehn in der ganzen Stadt wirksame Maßnahmenpakete geschnürt worden. Darüber hinaus werden gezielt lokale Maßnahmen wie der Einsatz emissionsarmer Busse, Verkehrsverstetigungen, aber auch Durchfahrtsbeschränkungen ergriffen.

Der Luftreinhalteplan für die Hansestadt verzichtet zwar auf ein generelles Fahrverbot für Dieselautos, aber auf aktuell zwei Hauptverkehrsadern müssen Besitzer von Dieselfahrzeugen künftig mit Fahrverboten rechnen. Dort sollen Autos und Lastwagen, die nicht der aktuellen Euro-6-Norm entsprechen, Einfahr- bzw. Durchfahrtverbote erhalten. An beiden Straßen waren in den vergangenen Jahren die Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft immer wieder überschritten worden.

Lt. Umweltsenator Jens Kerstan legt Hamburg als erste Großstadt Deutschlands einen Luftreinhalteplan vor, der alle Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin berechnet und bewertet hat.

Interessant sei hierbei lt. Behörde die gewonnene Erkenntnis, dass die Hintergrundbelastung aus dem Hamburger Hafen in bestimmten angrenzenden Gebieten ein erhebliches Problem für die Luftqualität sei.

Dort trage dieser Hafenhintergrund laut Modellrechnung zu rund 80 Prozent zur NO2-Belastung bei, sodass an dieser Stelle keine Lösungsansätze im Verkehr zu finden seien. Als Lösung soll  daher auf dem Gelände des Hamburger Hafens (HHLA) der Einsatz von Flüssigerdgas geplant werden, damit Frachter in Ihrer Liegezeit die Diesel-Motoren zur Stromgewinnung abschalten können.

Der Luftreinhalteplan geht nun in die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorgeschriebene öffentliche Auslegung und soll nach der Einarbeitung eventueller Stellungnahmen final beschlossen werden.

Pressemeldung des Hamburger Senates/Behörde für Umwelt & Energie vom 02.05.2017

Link zum Luftreinhalteplan des Hamburger Senats (ab 8.Mai 2017 erhältlich)